Manuela Dona

Georg Franz

Der Wendepunkt im Leben von Georg Franz und zugleich der Beginn seines künstlerischen Schaffens war ein Schlaganfall. Während der Rehabilitation entdeckte er Bleistiftzeichnen begann eine bemerkenswerte Entwicklung, aus der bald erste Acrylbilder hervorgingen. Bereits diese frühen Arbeiten zeigen seine besondere Begabung, die Schönheit und Vielfalt der Natur mit großer Sensibilität einzufangen.

Seit 2022 widmet sich Georg Franz auch der Ölmalerei. Aus dem Wunsch heraus, die Einzigartigkeit eines Augenblicks und die Schönheit der Landschaft dauerhaft festzuhalten, entstehen ausdrucksstarke Werke, die die leuchtende Farbigkeit des Expressionismus mit einer erstaunlich naturalistischen und detailreichen Darstellung verbinden.

Die Natur bildet den Mittelpunkt seines Schaffens. Besonders der Wienerwald mit seinen Wäldern, Lichtungen, verwunschenen Wegen und Bächen inspiriert ihn immer wieder aufs Neue. Ebenso faszinieren ihn Berg- und Seelandschaften, deren Weite, Lichtstimmungen und Spiegelungen im Wasser seine Bildkompositionen prägen. Mit großer Aufmerksamkeit für Licht, Schatten und feine Farbabstufungen entstehen atmosphärisch dichte Landschaften, die den Betrachter in die Szenerie eintauchen lassen.

Neben der Landschaft widmet sich Georg Franz auch den Menschen, die mit ihr verbunden sind. Ausdrucksstarke Portraits sowie Darstellungen bäuerlicher Höfe und Siedlungen ergänzen sein Werk und erzählen von der engen Beziehung zwischen Mensch und Natur.

In seinen Portraits und Charakterstudien interessiert ihn vor allem der Mensch in seiner Einzigartigkeit. Ihn faszinieren markante Gesichter, besondere Ausdrücke und die Spuren, die das Leben in einem Gesicht hinterlässt. Mit Licht, Schatten und Farbe versucht der Künstler, nicht nur das Äußere, sondern auch die Persönlichkeit und den Charakter eines Menschen sichtbar zu machen.

Mittlerweile kann Georg Franz auf mehr als 40 Ausstellungen in Wien, Niederösterreich, Vorarlberg und dem Burgenland zurückblicken. 

»Artist Talk« WINSTAGE - Home of Art

Von der Heilkraft der Kunst

Inspiriert von den Bildern meines Freundes Georg Franz, freue ich mich, einen Beitrag für den vorliegenden Kunstband »art*envielfalt« zu schreiben. 

Die Freude und das Staunen über die Natur und die Pracht ihrer Farben
als Theologe spreche ich gerne von der Schöpfung – haben das Dreigestirn Luzia Schaffer, Manuela Dona und Georg Franz zusammengeführt. Die Feinheit und Exaktheit der Ausführung, Abstraktion, phantastische Gartenbilder laden zu verweilendem, nachdenklichem Betrachten ein. 

Aufmerksamkeit verdient der »therapeutische Zugang« der Kunst als Heilmittel, angesichts unserer so oft krankmachenden Um- und Mitwelt. 

Georg Franz wählt gerne Szenen aus dem Alltag und Charakterdarstellungen als Thema. Dabei bevorzugt er Menschen auf der »Schattenseite des Lebens«, aus seiner persönlichen Innensicht. So findet er durch die Malerei aus einer tiefen Lebenskrise zu neuer Sinn- und Lebenserfüllung: Berge, Seen, Bäche usw. als unerschöpfliche geistige Quelle der Inspiration bewegt ihn oft spontan. 

Viktor Frankl, der Urheber der Logotherapie, spricht von der »Trotzmacht des Geistes« (sein Klassiker »Trotzdem Ja zum Leben sagen« ist aus dem erlebten Entsetzen der Schoah entstanden). In rascher Folge findet Georg Franz von Portraitskizzen zur Malerei (Aquarell, Öl, Acryl) und erweckt positive Empfindungen, Hoffnungskräfte beim Betrachten. Das Dichterwort »Was Begeisterung schuf, erweckt Begeisterung« findet Gültigkeit. Anregung zur Freude am Schönen ist Frucht. Möge der vorliegende Kunstband viele Freunde finden.  

Pfarrer i.R. Dr. Franz Reiter